| WELTGEBETSTAG FÜR KIRCHLICHE BERUFE 2001 | |||||||||||||||||||
| Mitte
finden Leben und Glauben ins Gleichgewicht bringen |
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| "Mitte finden" – Zum Leitwort |
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| Der Mann am Wasser | |||||||||||||||||||
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Da steht einer am Ufer des Zürichsees - er steht einfach da und schaut
vor sich hin - sensible Züge - er steht da in hohen Gummistiefeln. Er
greift zu einem grösseren, rundlichen Stein, den Jahrtausende so geformt
haben. Er nimmt ihn behutsam in die Hände, wartet einen Augenblick, als wollte er ihn nach seinem Gleichgewicht befragen. Sachte und doch bestimmt stellt er ihn auf einen aus dem Wasser ragenden Felsblock - und der Stein steht, als wäre er immer da gestanden. Ein zweiter Stein wird auf den im Gleichgewicht stehenden gesetzt. Auch er findet seine Mitte und steht. Es folgt ein dritter kleiner Stein; auch er findet seinen Platz und bildet zusammen mit den andern Steinen eine "Stein-Figur": Es folgen zwei, drei, vier und mehr solcher "Figuren". Sie verbreiten eine Faszination besonderer Art in der Umgebung. |
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| Der Steinkünstler Ueli Grass |
"Stein auf Stein" , das ist wie ein Lebensmotto
von Ueli Grass. Der 1943 geborene Künstler, hat ein einmaliges Hobby: Er nimmt Steine, sucht
ihren Schwerpunkt und stellt sie aufeinander. Ueli Grass sieht seine
Steinskulpturen auf Zeit "als Symbol und Erinnerungen an unsere Macht und
Ohnmacht, diese Welt zu beeinflussen. Manchmal gelingt es ihm auf Anhieb, das
Gleichgewicht der Steine zu finden, manchmal braucht es sehr viel Geduld und
Konzentration. Auf die Frage, welcher Gattung von Künstlern er angehöre, antwortet Ueli Grass bescheiden: "Keiner - ich bin nur ein Mensch". Ein Mensch mit fühlbar viel Geduld und auch einer, der fast unmöglich Scheinendes immer wieder ins Gleichgewicht bringt. |
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| Eine "Stein-Predigt" Weltgebetstag 2001 |
Martin Buber sagt: "Gott redet zum
Menschen durch die Dinge und Wesen, die er ihm in den Weg
schickt. Und der Mensch antwortet durch die Art und Weise, wie er mit diesen
Dingen umgeht". So ist auch Ueli Grass überzeugt, dass zwischen dem Gleichgewicht der Steine und dem des Menschen ein Zusammenhang besteht. Auch das Leben des Menschen braucht ein Gleichgewicht, einen Ausgleich. Sie haben, so möchte man zum Künstler sagen, etwas Einmaliges geschaffen. Die Feststellung eines Zuschauers, seine Steinfiguren seien wie eine Art Predigt, dürfte sehr wohl zutreffen. "Die Steine lösen etwas aus in den Leuten", so meinte der Zuschauer. Von solcher Begegnung mit dem Künstler berührt, haben wir zum Weltgebetstag und für das Jahresthema 2001 das Leitmotiv gewählt: Mitte finden - Leben und Glauben ins Gleichgewicht bringen. |
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Leitmotiv 2001 Mitte finden Leben und Glauben ins Gleichgewicht bringen |
Mit dem Thema für das Jahr 2001 wenden wir uns wohl einer
grundlegend bedeutungsvollen Frage zu, welcher wir Christinnen und
Christen in den nächsten Jahren unsere Aufmerksamkeit
schenken müssen. Es wird darum gehen, Lebens- und
Glaubenswege heutiger Menschen zu erkunden und Möglichkeiten der Mitgestaltung
des Lebens aus dem christlichen Glauben zu finden. Wie können wir Menschen
helfen, ihr Leben und Glauben ins Gleichgewicht zu bringen? Biblischer Glaube
soll als Deutung des Lebens wieder neu erkannt werden können, damit die Freude
an Gott im Leben heutiger Menschen zum Tragen kommt, dass Menschen ihre Mitte in
Jesus Christus finden. Ich glaube an Gott, das sagt sich so leicht. Wie aber wird christlicher Glaube in unserer Zeit und in unserer Kultur wieder als Kraft erfahren, die Menschen bewegt zu einer göttlich-menschlichen Qualität des Lebens hin? Biblischer Glaube als erfahrbare Deutung des Lebens hat in der Vielfalt der Lebensdeutungen unserer Gesellschaft seine Chance. Dafür braucht es Menschen, die einerseits das Feuer des Glaubens in sich tragen, wie es in der Apg 4,20 geschrieben steht: "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben". Berufungspastoral bewegt in diese Richtung und lässt sich bewegen durch tief überzeugte Verkünderinnen und Verkünder des christlichen Glaubens. |
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| "Das Leben als Berufung" Aus der Botschaft von Papst Johannes Paul II. zum Weltgebetstag 2001 |
Diese grundlegende pastorale Anstrengung erfordert das Zeugnis von Frauen und Männern, die die Fruchtbarkeit eines Lebens sichtbar machen, die in Gott seine Quelle hat... Es ist notwendig, dass jeder in der christlichen Gesellschaft seine persönliche Berufung entdeckt und darauf entschieden antwortet. Jedes Leben ist Berufung und jeder Gläubige ist eingeladen, am Aufbau der Kirche mitzuwirken. Am Weltgebetstag für geistliche Berufe ist unsere Aufmerksamkeit jedoch in besonderer Weise auf die dringende Not der geweihten Diener sowie an Menschen, die bereit sind, Christus auf dem anspruchsvollen Weg des geweihten Lebens im Versprechen der evangelischen Räte zu folgen, gerichtet.
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Doch, weil DU es sagst... Lk 5,5ff ein Vertrauens-Bild für die Berufungspastoral |
Eine faszinierende Geschichte, die Berufung der ersten
Jünger. Ausgewiesene Berufsleute - Fischer, die sich in ihrem Beruf auskennen, sie
folgen Jesus: "...weil DU es sagst", Lk 5,5. Diese biblische Geschichte hat heute eine besondere Aktualität für die Seelsorge und die Berufungspastoral in zweifacher Hinsicht:
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| "Weil DU es sagst" |
Die einzelnen Elemente der Arbeitsmappe wollen Anregung sein, das Anliegen
der Berufungspastoral im Jahr 2001 zu "übersetzen": Mitte finden -
Leben und Glauben ins Gleichgewicht bringen - damit neu Berufungen möglich
werden. |
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| "Die Vielfalt der Berufungen" Aus dem Apostol. Schreiben Novo Millennio Ineunte von Papst Johannes Paul II. |
Die Einheit der Kirche bedeutet nicht Einförmigkeit, sondern organische Integration der legitimen Verschiedenheiten. Es geht um die Wirklichkeit, dass die vielen Glieder in einem Leib verbunden sind, dem einzigen Leib Christi (vgl. 1 Kor 12,12). Es ist daher notwendig, dass die Kirche des dritten Jahrtausends alle Getauften und Gefirmten dazu anspornt, sich ihrer aktiven Verantwortung im kirchlichen Leben bewusst zu werden. Neben dem geweihten Amt können zum Wohl der ganzen Gemeinschaft noch andere Dienste blühen, die durch Einsetzung oder einfach durch Anerkennung übertragen werden. Diese Dienste unterstützen die Gemeinschaft in ihren vielfältigen Bedürfnissen - von der Erziehung der Kinder bis zu den verschiedensten Formen der Nächstenliebe. Gewiss muss man sich mit vollem Eifer - vor allem durch das inständige Gebet zum "Herrn der Ernte" (vgl. Mt 9,38) für die Förderung der Priester und Ordensberufe einsetzen. Darin liegt ein Problem, das für das Leben der Kirche in allen Teilen der Welt von hoher Tragweite ist.
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Pfr. Oswald Krienbühl
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